Andreas Moser; Bildrechte: FWG Metten-Berg

18.11.2021
Bürgerversammlung der Gemeinde Metten 2021

Erstmals seit seiner Amtseinführung führte Bürgermeister Moser eine Bürgerversammlung in Präsenz durch. Trotz erheblicher Fallzahlen, auf Metten heruntergebrochen eine Inzidenz von über 1300, wurde die Bürgerversammlung der Gemeinde Metten am 17.11.21 unter Einhaltung der notwendigen Hygienemaßnahmen in der neuen Turnhalle des Kloster Metten durchgeführt. In der großen Halle hatten die ca. 50 Anwesenden ausreichend Platz um Abstände einzuhalten, gleichwohl erlaubte es die gute Technik den Ausführungen von unserem Bürgermeister gut zu folgen.

Eingangs bedankte sich Moser bei allen Ehrenamtlichen, die im Gemeindebereich tätig sind, insbesondere auch bei den Feuerwehrlern aus Metten und Berg.

Die Vorstellung des Organigramms der Gemeinde samt der dort handelnden Personen, die größtenteils anwesend waren, war dem neuen Bürgermeister ganz offensichtlich ein wichtiges Anliegen. Damit verbunden auch das Aufzeigen der Rahmenbedingen für Arbeit und die Bitte um Verständnis, dass die Gemeinde seit geraumer Zeit nur mit Terminvereinbarungen Bürgerkontakt hat.

Die finanzielle Situation der Gemeinde Metten stellt sich so dar, dass jeder Bürger im Durchschnitt ein Guthaben von ca. 430 Euro hat. Einem Schuldenstand von ca. 315.000 Euro stehen Rücklagen von ca. 2.100.000 Euro gegenüber. Der Haushalt wurde durch Moser anhand einer Präsentation erläutert und wurde auch per Flyer für jeden Teilnehmer visualisiert.
Da in den nächsten Jahren größere Ausgaben, wie Hochwasserschutz, Klärwerk, Straßensanierungen oder Freibad, anstehen, ist laut Moser sogar zu überlegen, ob man in der derzeitigen Finanzlage günstige Kredite in Anspruch nehmen sollte. Sicher ein Thema für den Gemeinderat.

Die Grund- und Mittelschule sind in gutem Zustand. Im Gegensatz zur Grundschule, die von den Kapazitäten im Grunde jetzt schon wieder zu klein ist, ist die Mittelschule deutlich zu wenig ausgelastet. In Spitzenzeiten wurden dort über 600 Schülerinnen und Schüler betreut, mittlerweile lediglich noch gute hundert. Aus diesem Grund ist Bürgermeister Moser auch froh, dass die Grundschule Edenstetten für zwei Jahre vorübergehend einzieht, weil ihr eigentliches Schulgebäude saniert wird.

Durch den Hochwasserschutz sowie die Erweiterung der Kläranlage sind entlang der Staatsstraße 2125 bereits umfangreiche Bauarbeiten zu beobachten.
Das große Schöpfwerk soll im Herbst 2022 bereits fertig gestellt sein. Der faktische Hochwasserschutz für Metten wird nach heutiger Planung erst 2025, mit der Fertigstellung des „Polders Offenberg“, gegeben sein. Dies ist dann auch der ersehnte Zeitpunkt, zu dem im jetzigen Hochwasserschutzgebiet Baumaßnahmen, ggf. Gewerbeansiedlungen, möglich sein werden.
Der Bau der Kläranlage soll im März 2022 starten und wird ca. 18 Monate in Anspruch nehmen. Die Baukosten werden für diesen Zweckbau ca. 7,5 Millionen Euro betragen. Zu zukünftigen Gebühren oder Einmalzahlungen wollte Moser noch keine Stellung nehmen, da dies zum jetzigen Zeitpunkt noch keine verbindlichen Zahlen sein können und darüber auch erst der Gemeinderat entscheiden muss.

Im Zusammenhang mit immer wieder aufgetretenen Wasserrohrbrüchen erläuterte Moser den Zustand der Kanalisation und auch den Beitritt zum „Gemeinsamen Kommunalunternehmen Abwasserdienstleistung Donau-Wald“, zu  dem sich 17 Gemeinden zusammengeschlossen haben, um in diesem Bereich effektiver und kostengünstiger zusammenzuarbeiten. Ebenso erfolgt eine interkommunale Zusammenarbeit mit der Stadt Deggendorf bei der Behebung von Rohrbrüchen.

In seinen Ausführungen war immer wieder deutlich herauszuhören, wie wichtig unserem Bürgermeister die gute Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden ist.

Im Anschluss an Ausführungen zur Sanierung der Deggendorfer Straße, die im Frühjahr 2022 endlich beginnen soll, dem Baugebiet Berg Süd und dem neuen Kindergarten (Eröffnung Sommer 2022), gab Moser ausführliche Informationen zum Neubau des Bauhofes in der Egger Straße weiter. Hier konnte kostengünstig ein 35.000 qm großes Grundstück erworben werden, auf dem neben dem Bauhof auch ein 8-Parteien-Mehrfamilienhaus entstehen soll, dass kommunal betrieben wird.

Die innerörtliche Entwicklung der Gemeinde Metten war, zeitlich gesehen, ein weiterer Brocken in der Bürgerversammlung. Themen wie Verkehr, Flächennutzung und Bebaubungspläne wurden in Arbeitsgruppen, an denen sich auch die Bürger beteiligen konnten, bearbeitet.
Die Hauptzielrichtung ist die Umgestaltung des Marktplatzes/Ortskerns, angefangen damit, ihn busfrei zu bekommen. Nach dem Abriss des Heiglhauses sollen dort drei Bushaltebuchten entstehen und damit die Haltestelle am Marktplatz entfallen. Der Zugang zum Kloster/Gymnasium soll über den Prälatengarten für Besucher und Schüler erfolgen. Das Wenden der Busse soll zukünftig über die Egger Straße/Abteistraße ermöglicht werden. Allein durch diese Maßnahme erhofft man sich schon eine deutliche Aufwertung des Marktplatzes und eine Entspannung des Straßenverkehrs.

Natürlich durften auch Ausführungen zum Freibad nicht fehlen. Umfangreich stellte Andreas Moser die Entwicklung zum Entscheid für ein Naturbad dar. Neben der Kostensituation beleuchtete er ausführlich die Problematik einer Fachkraft für Bädertechnik, die für ein Chlorbad benötigt wird und auf dem Arbeitsmarkt kaum zu bekommen ist.
Letztlich hat der Gemeinderat einstimmig für ein Naturbad gestimmt, dass der Gemeinde ca. 1,8 Millionen Euro Eigenanteil wert sein wird.

Letztlich gab es noch drei negative Punkte zu verkünden.
Ein „Spielplatz-TÜV“ hat sämtliche Spielplätze in Metten und Berg bedenklich eingestuft. Gravierende Mängel wurden durch den Bauhof abgestellt, teilweise mussten Geräte entfernt und ein Spielplatz komplett gesperrt werden. Diese „Baustelle“ will die Gemeinde zum Wohle der Kinder schnellstmöglich bearbeiten.

Der für den 4. und 5. Dezember geplante Christkindlmarkt musste coronabedingt abgesagt werden. Die Veranstaltung könnte nicht in verantwortungsbewusster Weise durchgeführt werden.

Bilder von verschiedenen Varianten an Vandalismus ließen etliche Köpfe der Anwesenden schütteln. Ein aufgehebelter Starkstromkasten, ausgerissene Anpflanzungen und Verkehrsschilder, säckeweise Müll und Ausführungen über Böller-, Flaschen und Steinwürfe sorgten für allgemeines Unverständnis.

Abschließend nahm Bürgermeister Moser noch Anregungen aus dem Publikum entgegen und beantwortete verschiedene Fragen.